Junior First Responder Projekt

- Sozialer Kompetenzerweb für junge Menschen -

Hintergrund

Die Rahmenbedingungen unter denen Kinder heutzutage aufwachsen haben sich stark verändert.

Im 12. Kinder- und Jugendbericht des Bundesministeriums für Familie (BMFSF) wird hervorgehoben, dass Bildungsprozesse heute vor allem auch außerhalb von Familie und Schule stattfinden:

Es müssten Strukturen geschaffen werden, die Kinder und Jugendliche in die Lage versetzen, ihren eigenen Lebensweg und ihre eigene Lebenserfahrung kompetent zu regeln. Dies setzte voraus, dass sie nicht zu Objekten, sondern zu Ko-Subjekten des Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsgeschehens werden. Dabei werde die Frage der sozialen Anerkennung, der Akzeptanz der eigenen Person für Heranwachsende auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu einer wichtigen Randbedingung, damit Bildungs- und Erziehungsprozesse erfolgreich zu dem beitrügen, was sie sollen: zu einer eigenständigen, kompetenten, sozial verantwortlichen Persönlichkeit.

Mangelnde Motivation, fehlende Sozialkompetenzen und schlechte Umgangsformen sind unter anderem Wegbereiter für Arbeitslosigkeit. Bereits im Kindes- und Jugendalter begleitende außerschulische Angebote können hier entgegenwirken und den Grundstein für eine aktive Lebensführung und „Lebenserfolg“ setzten.

Idee

Wir vom ASB RV Bad Windsheim e.V. setzen die gesellschaftliche Verantwortung um. Wir haben ein Konzept entwickelt, mit dem wir Kinder und Jugendliche zu gesellschaftlichen „Multiplikatoren“ ausbilden. Als „Transmitter“ gehen wir über die Ausbildung zum Ersthelfer. Dabei geht das Engagement weit über den Ersthelfer hinaus bis hin zu Grundzügen in Gewaltprävention.

Die Jugendlichen lernen, wie wichtig für die Gesellschaft das soziale Engagement eines jeden Einzelnen ist und dass eine Multikultur mit fremdsprachigen Jugendlichen nicht Angst machen muss, sondern eine Bereicherung im eigenen Land sein kann.

Seine Wurzeln finden das Junior- First- Responder Projekt 2001 in den erweiterten Erste Hilfe Kursen und dem Schulsanitätsdienst. Übergreifend wurden sukzessive die Bereiche Peer Education, Umgang mit Behinderten, Neue Medien, Lernen lernen mit Zeitmanagement, Benehmen und Konfliktmanagement entwickelt und integriert.

Das besonders förderungsfähige Element, das die Ausbildungen enthalten, ist die Förderung der sozialen Intelligenz der Jugendlichen. Die zum Teil zweisprachige Ausbildungen (englisch – deutsch) umfassen wesentliche Ecksteine in der sozialen Persönlichkeitsentwicklung und stellen somit für die Jugendlichen einen nicht zu unterschätzenden Meilenstein in ihrer Bildung dar. Und in den Ausbildungen werden stets Juniortrainer als Partner der erwachsenen Trainer eingebunden.

Einige unserer Projektgrundsätze

  • Einblick erhalten über soziales Engagement und Freiwilligenarbeit
  • Stärken von Sozialkompetenz und Verantwortlichkeit
  • Erlernen von Erste Hilfe und weiteren medizinischen Maßnahmen
  • Trainieren von Fremdsprachen und fremdländische Freunde finden
  • Erlernen von Prävention und Vermeidung gefährlicher Situationen
  • Anstoß geben zur Hilfe zur Selbsthilfe und anderen damit helfen
  • Qualifikation als Multiplikator für alle erlernten Fähigkeiten
  • Erlernen, wie man mit Behinderten umgeht
  • Erkennen, dass das Leben durch eine gestaltete Freizeit mehr Spaß macht

Nachhaltigkeit

Da die verschiedenen Module der Junior First Responder Ausbildungen als Langzeitprojekt mehrmals jährlich durchgeführt werden verspricht dies langfristige und nachhaltige Jugendhilfe. Durch die Kontinuität der Maßnahmen wird der Grundstock für weiteres ehrenamtliches Engagement im eigenen Umfeld der Jungendlichen gelegt.

Eine wesentliche gesellschaftliche Bedeutung des Projekts liegt in der intensiven Förderung der pragmatischen Handlungsfähigkeit der Teilnehmer. Die sofortige Umsetzung des eigenen Knowhows gibt ihnen einen sofortigen Motivationsschub.

Die Idee Die Ursachen des gesellschaftlichen Problems, dass immer weniger Menschen sich für andere einsetzen und soziales Engagement freiwillig an den Tag legen wird durch die Erfahrungen, die die Jugendlichen in der Ausbildung machen wirksam bekämpft. Immer wieder werden Absolventen nach Erwerb der Urkunde aktiv und agieren in der Schule oder im Wohnumfeld sozial; werden Mitglied in einem gemeinnützigen Verband oder erkennen die eigene Vorliebe für einen sozialen Beruf. Es werden also mit der Ausbildung nicht nur die Symptome einer Wertelosen und unsozialen Gesellschaft bekämpft, sondern die Mitmenschlichkeit und die Befähigung zur Hilfe gefördert.

Die Module

Sie sind zum Teil aufeinander aufbauend und zum Teil je nach Persönlichkeitsstruktur und Neigung des Jugendlichen zu buchen.

Junior Helfer (JH)

Dieses Modul richtet sich an Grundschüler bzw. an Schüler der Förderschule.

Neben dem Erwerb von Methodenkompetenz in einfachen Erste Hilfe Maßnahmen spielt hier vor allem die eigene Wahrnehmung und das Erlebnis helfen zu können eine große Rolle.

Es gibt die Stufen „Bronze“, „Silber“ und „Gold“ in jeweils sechs bis acht Unterrichtseinheiten.

Junior First Responder (JFR)

Die Ausbildung entspricht dem Abschluss als Sanitätshelfer. In 50 Unterrichtseinheiten einschließlich schriftlicher und praktischer Erfolgskontrollen werden die Jugendlichen ab 12 Jahren bereits stark gefordert. Die Absolventen erhalten entsprechende Zertifikate die z.B. den Besuch eines Sofortmaßnahmenkurses für Führerscheinbewerber erübrigen.

Junior Trainer (JT)

Aus den Junior First Respondern heraus werden besonders geeignete Jugendliche zu Juniortrainern ausgebildet. In der Ausbildung geht es um die Praxisorientierte Vermittlung der Grundlagen von Technik und Taktik, Planen und Gestalten von Praxisstunden, und dem Umgang mit Kindern u. Jugendlichen. Die Junior Trainer sind sogleich bei anderen Ausbildungen als Co-Trainer dabei.

PC & Internet Knowhow 4 Youngsters

Dies ist ein Kompetenzprojekt von Jugendlichen für Kinder ab 10 Jahren

Im kleinen, intensiven Workshop mit maximal acht Teilnehmern und zwei Junior Trainern mit Zusatzqualifikation werden den Kindern der kompetente Umgang mit PC und Internet erarbeitet.

“Guten Tag, hier bin ich!”

Das Benimm- und Telefontraining richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren Im Tagesworkshop werden „gute Umgangsformen“ und Zielgerichtetes Telefonieren trainiert. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und Optimierung des Auftretens soll einen einfacherer Start ins Berufsleben ermöglichen.

Lernkonzept Helles Köpfchen

Der Workshop richtet sich an Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Altersgruppen und wird je nach Zielgruppe angeboten. Die Kombination aus klassischem „Lernen lernen“ mit ganzheitlichem Gedächtnistraining, vermittelt den Schülern und Schülerinnen eine Basis für richtiges und ihrer Schulart und Lebenssituation angemessenem Lern- und Arbeitsverhalten.

Enucleator – Konflikte sachlich lösen

Im Workshop plus gemeinsame Freizeitstunden, verteilt auf zwei verlängerte Wochenenden erhalten die Jugendlichen ab 13 Jahren eine Qualifikation zum Peer-Mediator. Dies ist der Grundstein, um Konfliktmamagement aktiv für sich und andere Jugendliche betreiben zu können. Eine nachfolgende kontinuierliche Begleitung der Jugendlichen in monatlichen Treffen unterstützt ihre alltägliche Gewaltfreie Kommunikation.

Team

Unsere Ausbilder sind ein motiviertes, kompetentes Team mit multiplen Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnissen

Erich Matthis
Gesamtprojektleiter Junior First Responder Project

Geschäftsführer, Lehrkraft, Ausbilder A 4, Mentor, Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivmedizin, Pflegedienstleiter, Landesbeauftragter Schulsanitätsdienst, ASB Bayern

Ingrid Schindler
Krankenschwester

A2 Ausbilderin mit Zusatzqualifikation „Erste Hilfe Kinder“

Christine Schöll
Dipl. Verwaltungswirt

Ganzheitliche Gedächtnistrainerin BVGT, Konfliktmanagerin / Humanistischer Verband Deutschland, Externe Lehrkraft an Grundschulen, Schülercoach

Elisabeth Siegmeyer
Krankenschwester, Schreinerin

Trainerin für Kommunikation, Ganzheitliche Massagetherapeutin, Entspannungs- und Meditationslehrerin für Kinder

Unterstützend dazu kommen die wechselnd eingesetzten Junior Trainer.

 

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